Das Höchste

Kleinwalsertal2016

Die Kleinwalsertaler Bergbahn AG beabsichtigt, die bestehende Hahnenköpflebahn zu modernisieren. In diesem Zuge soll auch die Bergstation, die neben der Seilbahn auch die Gastronomie beherbert, erneuert werden. Das bestehende Gebäude entspricht nicht mehr den Anforderungen an einen modernen Betrieb.

ventira architekten  ·  Peter Muxel  ·  Hämmerle Tschikof

Ideenwettbewerb Hahnenköpflebahn Bergstation: Die Lage der Seilbahntechnik wird durch die Bahnachse und deren nur minimale Verschiebemöglichkeit fixiert. Ein weiteres zentrales Element bildet der Felskopf in unmittelbarer Nähe zur Bahn. Das Gebäude soll sich in die alpine Landschaft einfügen, ohne in Konkurrenz zu den umliegenden Bergen zu treten. Eine gewisse Eigenständigkeit ist dabei aber durchaus erwünscht. Zwischen Restaurantgebäude und Felskopf entsteht ein spannender Raum, der die hier situierte Terrasse umfasst und ihr Schutz gibt.

Der Entwurf einer Seilbahnstation wird dominiert durch die Kombination der für den Betrieb nötigen Technik mit den Räumen, die für die Bewirtung der Gäste nötig sind. Diese zwei Themen müssen zuerst gewichtet und dann in Beziehung gesetzt werden. Erlebt wird die Bergstation durch das Ankommen an Bord der Gondel. Dabei soll die Lust auf dein Verweilen in der Bergstation geweckt werden. Funktionale Einschränkungen darf es dabei aber nicht geben – ein flüssiges Verlassen der Station durch die Gäste hat oberste Priorität. Diese Durchlässigkeit spielt in unserem Entwurf eine zentrale Rolle. Die Bahnstation ist nach hinten offen, um einerseits ein möglichst schnelles Verlassen der Besucher zu ermöglichen, andererseits aber auch schon beim Einfahren mit der Gondel die Ausblicke so gering wie möglich einzuschränken. Bewusst quer dazu positioniert ist das Restaurant mit der Terrasse. Durch die Lage und die transparente Fassadengestaltung soll sie beim bergwärts Fahren mit dem Lift sofort als solche erkennbar sein und interessante Durch-, Ein- und Ausblicke bieten.

Das Gebäude ist bewusst quer zur Bahnachse situiert. Ankommende Gäste können so das Gebäude auf den ersten Blick erleben und die unterschiedlichen Funktionsbereiche ablesen.

Die Fassaden präsentieren sich durchlässig und geben den Blick ins Innere frei. Quer dazu präsentiert sich das Gebäude gänzlich anders. Die Fassade aus Beton bildet mit dem Dach eine Einheit und verleiht dem Baukörper Dynamik und skulpturale Wirkung. Der massive Baustoff stellt eine Beziehung zum Fels der Umgebung her. Die Oberfläche soll behandelt werden – durch unterschiedlich starkes Stocken – stark am Gebäudesockel und nach oben hin abnehmend soll die Fassade gleichsam aus dem umgebenden Fels herauswachsen.

Der funktional wichtige Ablauf des Verlassens der Station wird durch die Durchlässigkeit des Gebäudes nach hinten gewährleistet. Ein großer Platz im Rücken des Stationsgebäudes bietet die Möglichkeit, sich für die Abfahrt bereit zu machen. Hier kann aber auch der Weg zur Terrasse oder zum Restaurant gewählt werden.

Die Gastronomie liegt dabei höher als die Ausstiegsebene – dadurch soll die Aussicht der Terrasse und des Restaurants so wenig wie möglich eingeschränkt werden. Die Nebengebäude befinden sich im Untergeschoß – auf einer Ebene mit der Seilbahn – um eine unkomplizierte logistische Abwicklung zu gewährleisten.

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